Enorme Datenmengen erschließen – mittels KI
Enorme Datenmengen erschließen – mittels KI Die derzeit statistisch häufigste Straftat im Internet ist die Verbreitung kinderpornographischer Inhalte. Mehrere große Missbrauchskomplexe, etwa im Oktober 2019 in Bergisch Gladbach oder in diesem Jahr in Wermelskirchen, zeigten, dass hier mittlerweile ein erschreckendes Ausmaß erreicht ist – sowohl mit Hinblick auf die Fallzahlen als auch auf die Qualität der Gewalt.
Schon nach dem Fall in Bergisch Gladbach investierte das Land NRW in die Ermittlungskapazitäten, verfünffachte das Personal, schaffte Hard- und Software für 32 Millionen Euro an und bündelte seine justiziellen Kompetenzen in Köln – in der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime.
Der Missbrauchsfall in Wermelskirchen verdeutlichte die Herausforderungen, vor denen die Ermittler stehen: Allein auf einer einzigen beschlagnahmten Festplatte waren 1,5 Millionen Videos und 3,5 Millionen Fotos gespeichert. Es dauert, bis diese gesichtet sind. Und vor allem: Es ist eine extrem belastende Arbeit.
Deshalb testet Hartmanns Zentralstelle derzeit gemeinsam mit anderen Projektpartnern eine Künstliche Intelligenz bei der Suche nach kinderpornographischen Darstellungen im Netz und auf Datenträgern. »Nahezu jede Tat des Kindesmissbrauchs hat mittlerweile eine Verknüpfung in den digitalen Raum. Die Datenmengen lassen sich auf lange Sicht gar nicht mehr manuell durch Kolleginnen und Kollegen bewältigen «, sagt der Strafjurist.
Die KI sortiert die Datenmengen vor: in Bilder, die sehr wahrscheinlich kinder- oder jugendpornographische Abbildungen enthalten, solche mit pornographischen Darstellungen Erwachsener (was legal ist) und in Bilder, die keinerlei pornographischen Inhalt haben. Das reduziert die Anzahl der Bilder, die noch von Mitarbeiter*innen angeschaut werden müssen; sie haben dadurch mehr Kapazitäten für komplizierte Sachverhalte, die nur ein Mensch beurteilen kann.