Manuela hat ihr Studium an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) in Köln begonnen und führt es nun an der Fachhochschule Südwestfalen (FH SWF) fort. Sie engagiert sich ehrenamtlich in einer regionalen Gruppe von Arbeiter- Kind.de, einem Sozialunternehmen, das sich für Studierende mit nichtakademischem Hintergrund engagiert.
»Die meisten Hochschulen erwarten eine sehr selbständige Arbeitsweise und viele Kenntnisse, was auch grundsätzlich okay ist. Aber wenn ich nicht weiß, was sie genau erwarten, wie kann ich danach fragen oder diese Erwartungen erfüllen?
Im Lockdown ist es für die Studierenden noch schwerer geworden, an die nötigen Informationen zu kommen. Wenn man aus einer Akademikerfamilie kommt, hat man viele dieser Informationen und Kompetenzen seitens der Eltern, die bereits ein Hochschulstudium absolviert haben, automatisch. Die Eltern wissen, wo man hilfreiche Literatur herbekommt und wie man das Studium organisiert. Studierende ohne diesen Hintergrund bringen das nötige Wissen meistens nicht mit. Mich hatten am Anfang meines Studiums Experten an der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln eingewiesen, wie ich die Bibliothek bestmöglich nutzen kann, welche vor Ort und Online-Ressourcen ich als Externe im Vergleich zu den Studierenden der Universität zu Köln dort erhalte.
Im Moment fehlt vor allem der inoffizielle Austausch während, vor oder nach der Vorlesung mit den Kommilitonen und Dozenten. Gerade da werden viele wichtige Informationen vermittelt, Fragen geklärt oder auch Kontakte geknüpft. In der Pandemie ist vieles beschränkt auf Vorlesungen via Aufnahme, Ausarbeitung oder Online-Vorlesung. Individuelle Themen müssen extra organisiert werden. Dennoch freue ich mich, ein Teil davon zu sein und gebe all meine Kraft und Energie gerne in die wissenschaftliche Arbeit.
Dabei erhalte ich viel Unterstützung von ArbeiterKind.de. Das ist ein Netzwerk, dessen Gruppen sich in der Corona-Phase online und sonst vor Ort treffen und Informationen und Erfahrungen austauschen. Davon profitieren Studierende bundesweit, auch an der Uni Köln. Darüber hinaus vermittelt ArbeiterKind.de Mentorinnen und Mentoren für die Unterstützung vom Studienbeginn bis Studienabschluss sowie den Berufseinstieg. Ich lasse mich im Moment auf der einen Seite unterstützen, denn ich bin in meiner Familie die erste, die den Weg des Hochschulabschlusses wählt. Auf der anderen Seite nutze ich meine Netzwerke, um die Kölner Gruppe von ArbeiterKind.de bekannt zu machen. Auch stehe ich als Mentorin für die Organisation ein, da ich froh bin sie entdeckt zu haben und sie sehr schätze.«