Juniorprofessor Dr. Urban Seifert vom Institut für Theoretische Physik und Dr. Linus Kalvelage vom Geographischen Institut wurden zum 1. Januar 2026 als neue Mitglieder in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen. Das Junge Kolleg ist ein Förderprogramm; die Aufnahme gilt für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase und Kunstschaffende als besondere Anerkennung. Das Junge Kolleg bietet nicht nur ein jährliches Stipendium in Höhe von 10.000 Euro, das Freiräume für eigene Projekte schafft, sondern auch die Möglichkeit, sich mit exzellenten Nachwuchskräften und etablierten Kolleginnen und Kollegen aus Wissenschaft und Kunst zu vernetzen.
Juniorprofessor Dr. Urban Seifert erforscht theoretisch sogenannte „Quantenmaterialien“ – Zustände der Materie, deren außergewöhnliche Eigenschaften direkt aus dem quantenmechanischen Verhalten ihrer mikroskopischen Bausteine hervorgehen. Diese Materialien stellen nicht nur das Verständnis der Physik vieler wechselwirkender Teilchen vor neue Herausforderungen, sondern bieten auch großes Potenzial für technologische Innovationen. Ziel seiner Forschung ist es, zu verstehen, wie sich Quantenmaterie gezielt realisieren und kontrollieren lässt. Dabei modelliert sein Team einerseits sogenannte „Moiré“-Materialien, bei denen durch verdrehte Stapelung atomar dünner Schichten verstärkte Elektronenwechselwirkungen entstehen. Andererseits untersucht er, wie Quantenmaterialien durch ultraschnelle Lichtpulse manipuliert werden können. Beide Ansätze werden kombiniert, um neue lichtinduzierte Zustände der Materie zu entdecken.
Dr. Linus Kalvelage untersucht, wie regionale nachhaltige Transformationen in unterschiedlichen Kontexten gestaltet werden können, während globale makrostrukturelle Verschiebungen die Handlungsspielräume lokaler Akteure beeinflussen. Mit einem multiskalaren, wirtschaftsgeographischen Ansatz erforscht er die Wechselwirkungen zwischen geopolitischen Dynamiken, der Neuordnung globaler Wirtschaftsströme und regionalen Transformationspfaden. Im Zentrum seiner Forschung steht die Frage, wie neue Energiesysteme und ein nachhaltiges Ressourcenmanagement grüne Entwicklungspfade insbesondere in peripheren Räumen fördern können. Empirisch konzentriert er sich dabei auf regionale Transformationen im Globalen Süden und im Rheinischen Revier. Seine Arbeit trägt sowohl zur theoretischen Weiterentwicklung als auch zum Politiktransfer bei und verortet sich in Debatten der Nachhaltigkeitstransition, politischen Ökonomie, politischen Geographie und Entwicklungsforschung.
Die beiden Kölner Wissenschaftler überzeugten die Jury zusammen mit fünf weiteren Stipendiat*innen in einem anspruchsvollen mehrstufigen Auswahlprozess mit ihren exzellenten Leistungen. Drei der neuen Stipendienplätze entstehen in diesem Jahr dank einer Kooperation zwischen der Akademie und der Landesrektorenkonferenz im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative Humboldtn – darunter das Stipendium für Dr. Linus Kalvelage. Im Rahmen dieser Nachhaltigkeitsinitiative arbeiten die Universitäten in Nordrhein-Westfalen zusammen, um ein landesweites Konzept für nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Ihr Ziel ist es, Nachhaltigkeit in Forschung, Hochschulentwicklung und wissenschaftlichen Strukturen zu fördern.
Weitere Informationen:
https://www.awk.nrw/news/sieben-neumitglieder-im-jungen-kolleg
https://humboldt-n.nrw/