Professorin Dr. Sina-Mareen Köhler ist auf die neue W2-Professur für Schulforschung mit dem Schwerpunkt Jugend am Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften berufen worden.
Mittels qualitativer Forschungsstrategien aus Perspektive einer Praxeologischen Wissenssoziologie analysiert Köhler mit ihrem Team sozialisatorische Interdependenzen der Mikroebene, um Phänomene der Inklusion und Partizipation sowie Exklusion und Distinktion im Bildungssystem zu erhellen. Ihre Studien widmen sich unter anderem der schulischen peer culture, den Schüler*innenbiographien, Peerbeziehungen von der frühen Jugend bis ins junge Erwachsenenalter sowie der Bedeutung politischer Sozialisation und Zeitlichkeit in jugendlichen Lebenswelten. Resultate ihrer empirischen Forschung gehen direkt in die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften ein, indem praxisnah mit verschiedenen Formaten der Fallanalyse gearbeitet wird. Professorin Köhler ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft und dort engagiert in der Arbeitsgruppe Inklusion und als Mentorin in der Sektion Schulpädagogik.
Sina-Mareen Köhler studierte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Erziehungswissenschaften und promovierte zu den Peerbeziehungen an internationalen Schulen in Japan und Deutschland. Im Verlauf der Habilitation war sie an der Leibniz Universität Hannover und der Universität Luxemburg tätig. Neben DFG-Projekten zu Übergängen von Schüler*innen an Berufskollegs leitete Professorin Köhler an der RWTH Aachen das DFG-Netzwerk »Jung sein – älter werden: Zeitlichkeiten im Wandel«. Innerhalb von sieben Jahren etablierte Köhler als W2-Professorin für Heterogenität das Themenfeld schulische Inklusion in der Lehrer*innenbildung der RWTH. Nach einer kurzen Station an der Universität Regensburg als W3-Professorin für Bildungswissenschaften: Qualitative Forschungsmethoden kehrte Professorin Köhler nach Nordrhein-Westfalen zurück.