Professorin Dr. Olivia Masseck, bisher Universität Bremen, ist zur W2-Professorin für Neurowissenschaften/Tierphysiologie am Institut für Zoologie ernannt worden. Wie kommunizieren Nervenzellen miteinander – und wie entstehen daraus Verhalten, Entscheidungen oder emotionale Zustände? Die Arbeitsgruppe von Olivia Masseck entwickelt innovative Werkzeuge, um genau das im Gehirn sichtbar zu machen. Mit einem interdisziplinären Ansatz, der Optogenetik, Elektrophysiologie, Bildgebung und Verhaltensanalysen kombiniert, versucht das Team besser zu verstehen, wie Nervenzellen in komplexen Netzwerken zusammenarbeiten und wie sogenannte Neuromodulatoren – also körpereigene Botenstoffe wie Serotonin oder Noradrenalin – diese Prozesse beeinflussen.
Ein Teil der Forschung widmet sich dabei der Frage, wie Stress die Informationsverarbeitung im Gehirn verändert – insbesondere im Kontext von Depressionen. Hier untersucht das Team unter anderem, wie sich neuronale Repräsentationen verändern und ob es dabei geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, wie neuromodulatorische Systeme Verhalten beeinflussen – und wie ihr Ungleichgewicht zu psychischen Erkrankungen beitragen kann.
Professorin Masseck engagiert sich über die Forschung hinaus im Wissenschaftssystem – etwa in der Wissenschaftskommunikation und als stellvertretende Vorsitzende der Initiative »Tierversuche verstehen«. Ihre Arbeiten erscheinen regelmäßig in führenden Fachzeitschriften wie Nature Communications und Neuron.
Nach dem Studium der Biologie und Mathematik promovierte sie als Stipendiatin der International Graduate School of Neuroscience an der Ruhr-Universität Bochum im Bereich der Systemneurowissenschaften. Forschungsaufenthalte führten sie unter anderem an die Université Paris Descartes, bevor sie als Postdoc und später als Arbeitsgruppenleiterin im Labor von Professor Herlitze an der RUB arbeitete – einem der weltweit ersten Labore, das optogenetische Methoden etablierte. Von 2016 bis 2018 war sie an der Ruhr-Universität Bochum als Juniorprofessorin für Fluoreszenzmikroskopie tätig. Im Oktober 2018 übernahm sie eine Professur für Synthetische Biologie an der Universität Bremen, bevor sie dann im April 2025 an die Universität zu Köln wechselte.