Dr. Till Braun, Assistenzarzt und Wissenschaftler in der Klinik I für Innere Medizin, wurde von der gemeinnützigen Walter-Schulz-Stiftung der Forschungspreis 2024 verliehen. Ausgezeichnet wurde Dr. Braun für seine richtungsweisende Forschungsarbeit zum Thema: »T-Zell Lymphome nach CAR-T Immuntherapie: molekulare Untersuchung einer neuen Krankheit«.
CAR-T-Zelltherapien zählen zu den innovativsten Ansätzen in der modernen Krebsmedizin. Dabei werden körpereigene Abwehrzellen gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und vernichten können. Unter anderem beim Multiplen Myelom, einem bösartigen Knochenmarkkrebs, haben diese Verfahren in den letzten Jahren bemerkenswerte Erfolge erzielt – auch bei Patientinnen und Patienten, bei denen vorherige Therapien nicht erfolgreich waren.
In der ausgezeichneten Arbeit berichtet Dr. Braun über einen Patienten, bei dem sich nach einer CAR-T-Zelltherapie eine neue, bislang kaum beschriebene Komplikation entwickelte: Eine unkontrollierte Vermehrung entarteter T-Zellen, die selbst das ursprünglich künstlich eingebrachte Erkennungsmerkmal – den sogenannten Chimären Antigen-Rezeptor (CAR) – trugen. Besonders bedeutsam: Bereits vor Beginn der Therapie ließ sich im Erbgut des Patienten eine genetische Vorbelastung nachweisen, die mit einem erhöhten Risiko für Blutkrebserkrankungen verbunden ist. In Kombination mit weiteren genetischen Veränderungen nach der CAR-T-Zelltherapie kam es schließlich zur Entstehung der bösartigen Zellen.
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen innovativer Krebstherapien wie der CAR-T-Zell-Therapie frühzeitig zu erkennen, ist entscheidend für deren sichere und wirksame Anwendung. Die Arbeit von Dr. Braun unterstreicht die Bedeutung einer engen wissenschaftlichen Begleitung dieser dynamisch wachsenden Behandlungsmethode. Die Arbeit wurde im April 2025 in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht und gilt als bedeutender Beitrag für die Weiterentwicklung personalisierter Krebstherapien und das Management potenzieller Nebenwirkungen moderner Immuntherapien.