Dr. Mirjam Sarah Brusius ist seit 2026 W2-Professorin am Institut für Ethnologie. In dieser Rolle widmet sie sich dem Ausbau von Forschungs- und Studienprogrammen im Bereich Museum and Heritage Studies, die sich kritisch mit kulturellem Erbe, Museen und Erinnerungskultur auseinandersetzen. In ihrer Arbeit verbindet sie Ansätze aus der Geschichtswissenschaft, der Anthropologie und der Science und Technology Studies.
Brusius untersucht insbesondere, wie Objekte und Bilder zwischen Europa, dem Nahen Osten und Südasien zirkulieren, wie sie in europäische Museen kamen und welche Fragen sich in Zeiten der Restitution damit verbinden. Ein Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf der Frage, wie die Bewahrung oder Zerstörung von Kulturgütern politisiert wird. Dabei interessiert sie sich zum Beispiel für Museumsdepots als Orte des Bewahrens und Erinnerns. Ihr Ziel ist es, akademische Forschung auch für die Museumspraxis und die breite Öffentlichkeit nutzbar zu machen.
Vor ihrem Wechsel nach Köln war Brusius an zahlreichen internationalen Institutionen tätig. Sie forschte unter anderem am Deutschen Historischen Institut London, an der Harvard University, der University of Oxford sowie am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Zudem war sie als Gastprofessorin an der École Normale Supérieure in Paris tätig und leitete Projekte zur Rückgabe von Kulturgütern (Restitution) in Zusammenarbeit mit dem Maria Sibylla Merian Institute in Ghana.
Nach ihrem Studium in Berlin und der Promotion an der University of Cambridge schloss sie 2025 ihre Habilitation in Frankreich ab. Für ihre Arbeit, die oft in enger Kooperation mit Fachleuten aus dem Globalen Süden entsteht, erhielt sie unter anderem den renommierten Dan David Prize, derzeit der weltweit größte Geschichtspreis. Neben ihrer Lehrtätigkeit ist sie Mitglied in internationalen Fachverbänden und vermittelt ihre Themen regelmäßig in nationalen und internationalen Medien.