Er ist sprichwörtlich und schwer: Der Gang nach Canossa. Der Italienzug des Kaisers Heinrich des IV. zum Papst Gregor dem VII. galt in der deutschen Geschichtsschreibung als Wendepunkt im Investiturstreit. Der Machtkampf zwischen Kaiser und Papst um das Recht, Bischöfe einzusetzen, fand in der kleinen oberitalienischen Burg sicherlich einen Höhepunkt. Doch wie sieht die heutige Geschichtswissenschaft den Bußgang des Kaisers? Wie sieht die moderne Rezeption des Geschehens aus und welche Spuren hinterließ es in der deutschen Dichtung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ringvorlesung „Canossa als Wende?“ von der Abteilung für Didaktik der Geschichte und Geschichte der europäischen Integration des Historischen Instituts. Eingeladen sind renommierte Historiker und Kulturwissenschaftler, die über ihre neuesten Forschungsergebnisse berichten werden. So wird zum Beispiel Professor Arnold Angenendt aus Münster über die mittelalterliche Vorstellung des Königs als Priester lesen, Professor Gerd Althoff wird die Begründung der päpstlichen Geltungsansprüche analysieren.
Claudia Tiggemann-Klein vom Kölner Stadtarchiv wird über das Schicksal der Kölner Quellen bei der Zerstörung des Stadtarchivs berichten. Weitere Themen werden die kulturelle Aufarbeitung des Motivs in Dichtung, Comic und Dokutainment sein.
Professor Wolfgang Hasberg von der Abteilung für Didaktik der Geschichte und Geschichte der europäischen Integration wird in der Auftaktveranstaltung am 20.Oktober 2010 sprechen.
Die Ringvorlesung findet wöchentlich mit wechselnden Gastdozenten mittwochs ab 17.45 Uhr in Hörsaal 3 statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Ort:
Hörsaal 3, Gronewaldstraße 2, ab dem 12. Januar 2011 dann in XXIV, WiSo-Gebäude
Wann:
20. Oktober 2010, wöchentlich mittwochs 17.45 – 19.15 Uhr
Bei Rückfragen:
Professor Dr. Wolfgang Hasberg, 470-4636,
w.hasberg@uni-koeln.de
Internet:
<link http: histsem2.phil-fak.uni-koeln.de _blank>histsem2.phil-fak.uni-koeln.de/7290.html