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| Stellungnahme

Stellungnahme der Universität zu Köln zum Diebstahl eines Vorfahren indigener Herkunft aus Australien

Die Unterzeichnung der Dokumente zur Übergabe der indigenen australischen Vorfahren an die Vertreter ihrer Gemeinschaft. V.l.n.r.: Natasha Smith, Botschafterin Australiens in der Bundesrepublik Deutschland; Professorin Dr. Beatrix Busse, Prorektorin für Lehre und Studium der Universität zu Köln; Ray Ahmat, Dja Dja Wurrung Community, Victoria; Yarra Dryden, Dja Dja Wurrung Community, Victoria; Dr. Tobias Kunstein, Persönlicher Referent des Rektors der Universität zu Köln

Repatriierung der indigenen australischen Vorfahren: Yarra Dryden, Dja Dja Wurrung Community, Victoria; Ray Ahmat, Dja Dja Wurrung Community, Victoria; David Doble, A/g Assistant Secretary First Nations Policy and Regional Arts Branch

Die sterblichen Überreste von drei Menschen indigener australischer Herkunft, die sich bislang in der Obhut des Zentrums für Anatomie der Universität zu Köln befanden, sollten am 04. Dezember 2025 in einer feierlichen Zeremonie an Vertreter von Gemeinschaften australischer First Nations zurückgegeben werden. Zur Bestürzung der Beteiligten hat sich in der Vorbereitung der Übergabe herausgestellt, dass einer der drei Vorfahren ausgetauscht worden ist. Er wurde aus seiner Aufbewahrung im Präparationslabor des Zentrums entnommen und durch ein anderes Objekt ersetzt. Am 10. Oktober waren alle drei human remains von Mitgliedern der Universität zu Köln begutachtet, vermessen und dokumentiert worden. Der Raum, in dem die human remains aufbewahrt werden, ist verschlossen, wenn niemand darin arbeitet. Trotz intensiver Suche konnte der dritte Vorfahr bislang nicht gefunden werden. Die Universität zu Köln geht von Diebstahl aus und hat umgehend Anzeige bei der Polizei erstattet.

Im Namen des Rektorats der Universität zu Köln bat Prorektorin Professorin Dr. Beatrix Busse die Vertreter der australischen First Nations um Entschuldigung. Die Universität zu Köln wird alles ihr Mögliche tun, um das Verschwinden aufzuklären und den Vorfahr in seine Heimat zurückzuführen. Die beiden vorhandenen Vorfahren wurden wie vorgesehen am 04. Dezember im Rahmen der Zeremonie übergeben.

Die Universität zu Köln engagiert sich für die Rückführung menschlicher Überreste aus dem Bestand des Zentrums Anatomie in die Herkunftsregionen. Sie hat im Jahr 2021 ein Projekt zur vollständigen Katalogisierung und Provenienzerforschung der vorhandenen human remains initiiert. Diese sind, von der Provenienzforschung abgesehen, nicht Gegenstand der Forschung am Zentrum. Einige der insgesamt 18 menschlichen Überreste, darunter die drei Vorfahren aus Australien, wurden 1955 erworben, um die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Anatomische Sammlung wiederaufzubauen. Andere wurden 1983 von der Universität Bonn übernommen, und zuletzt gelangte 1990 ein Schädel als Schenkung zur Sammlung.