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Neue Archäologische Funde in der Hagener Blätterhöhle – Buch bietet Einblicke in aktuelle Forschung

Bei diesjähriger Grabung wurden unter anderem Pfeilspitzen aus der Mittelsteinzeit und eine späteiszeitliche Klinge gefunden. Unter Mitarbeit der Forschenden entstand ein Buch, das sich intensiv mit der Grabungsstelle beschäftigt
Ein Wissenschaftler mit Helm klettert an einem Seil in die Höhle hinunter

Die diesjährige Grabungskampagne mit Studierenden der Universitäten Köln, Bochum und Bonn auf dem Vorplatz der Blätterhöhle in Hagen-Holthausen hat erneut spannendes Fundmaterial zu Tage gefördert. Das Team um Grabungsleiter Wolfgang Heuschen vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln hat während der achtwöchigen Grabungszeit bis Ende September Sedimente vor dem Höhleneingang und in der Höhle akribisch abgetragen und dabei zahlreiche Funde dokumentiert, die das Bild der Jäger und Sammler von der Blätterhöhle vervollständigen. 

Im Zuge der Grabungen hat das Team in einem Areal der Höhle weitergegraben, das bereits durch ein Hochwasser 2021 in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hier konnten neben zahlreichen Tier- auch wieder Menschenknochen entdeckt werden, die den Bestattungen aus dem 4. Jahrtausend vor Christus zuzuschreiben sind. Auf dem Vorplatz haben die Archäolog*innen und Archäologen die Schichtenfolge bis zu den Sedimenten vom Ende der letzten Eiszeit weiter untersucht. Neben zahlreichen, auf den ersten Blick unscheinbaren Funden, die noch ausgewertet werden müssen, konnten auch zwei Objekte entdeckt werden:  Pfeilspitzen aus der Mittelsteinzeit, sogenannte Mikrolithen, und eine über acht Zentimeter lange, späteiszeitliche Klinge aus Tertiärquarzit, einem Feuerstein ähnlichen Material aus der Mittelrheinregion. 

Seit über 20 Jahren liefert die Blätterhöhle jedes Jahr neue spektakuläre Funde. Einen zusammenfassenden Überblick über die wichtige archäologische Fundstätte gab es allerdings bisher noch nicht. Unter Mitarbeit der Archäolog*innen Prof. Dr. Michael Baales (LWL-Archäologie für Westfalen), Mirjam Kötter, Wolfgang Heuschen, Prof. Dr. Jörg Orschiedt, und Prof. Dr. Andreas Maier vom Kölner Institut für Ur- und Frühgeschichte hat der Auto Klaus Bachmann im Buch „Geheimnis Blätterhöhle – Fenster in unsere Vergangenheit“ intensiv mit der Grabungsstätte beschäftigt. Finanziert mit Mitteln der Stadt Hagen sowie Denkmalfördermitteln des Landes NRW befasst sich das Buch neben der Entdeckungsgeschichte, den ersten Funden und dem Grabungsalltag auf dem Vorplatz und in der Höhle auch mit modernen sowie altbewährten Grabungsmethoden. Zusätzlich gibt es Themenfenster, die einzelne Begriffe aus der Archäologie erklären. Zudem werden jüngste Forschungsergebnisse mithilfe von DNA-Analysen und neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Menschheit vorgestellt.
 

Inhaltlicher Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Maier
Junior Professor for environment and cultural evolution of early humans
+49 221 470 6529
a.maier@uni-koeln.de

Presse and Kommunikation:
Jan Voelkel
+49 221 470 2356
j.voelkel@verw.uni-koeln.de

Weitere Informationen:
https://geographie.uni-koeln.de/forschung/arbeitsgruppen/geomorphologie-und-geochronologie/projekte/zwischen-fels-und-forschung-geochronologie-an-der-blaetterhoehle