Lunch Lecture Rückblick
Lunch Lecture #4 am 01.04.2026
"Es geht ja mehr ums Soziale" – Fachschaften zwischen Hochschulpolitik und sozialer Wirklichkeit
Am 1. April 2026 widmete sich die Q³UzK Lunch Lecture einer Frage, die viele kennen, aber kaum jemand laut stellt: Warum engagieren sich eigentlich so wenige Studierende aktiv in Fachschaften, obwohl ihre Wirkung auf Studienerfolg und soziale Integration längst belegt ist? Anja Wodzinski und Gerald Wolf vom Team Q³ präsentierten Ergebnisse ihrer qualitativen Interviewstudie, die genau diesem Widerspruch auf den Grund geht. Ihr zentrales Ergebnis: Fachschaftsarbeit und Gemeinschaftsgefühl bedingen sich gegenseitig – wer sich einbringt, findet Anschluss, Unterstützung und Zugehörigkeit. Umgekehrt erleichtern bestehende Kontakte und der Wunsch nach Gemeinschaft den Einstieg erheblich. Besonders aufschlussreich ist dabei das Spannungsfeld, das die Studie offenlegt: zwischen der formalen, hochschulpolitischen Funktion von Fachschaften und der sozialen Wirklichkeit, die sie tatsächlich prägt. Informelle Netzwerke, ein starkes Community-Gefühl, aber auch Hierarchien und soziale Barrieren bestimmen mit darüber, wer sich einbringt – und wer draußen bleibt. Fachschaftsengagement ist damit weit mehr als politische Mitbestimmung: Es ist eine Handlungsstrategie gegen Vereinsamung und für nachhaltigen Studienerfolg.
Den Abschluss bildete eine lebhafte und vielschichtige Diskussion mit mehreren Studierenden aus verschiedenen Fachschaften der UzK. Unterschiedliche Perspektiven trafen aufeinander – von denjenigen, die die Fachschaft als ihr zweites Zuhause erleben, bis hin zu jenen, die sich bislang nicht angesprochen fühlen oder an unsichtbaren Hürden gescheitert sind. Die Runde zeigte eindrücklich: Das Thema studentische Partizipation berührt alle – und das Gespräch darüber hat gerade erst begonnen.
Referent*innen: Anja Wodzinski und Gerald Wolf | Artikel im neuen Journal Horizont Lehre Perspektiven und Wege: https://hl.publia.org/hl/issue/view/2025-1 und https://hl.publia.org/hl/article/view/25
Lunch Lecture #3 am 6.11.2024
Rücklaufquoten in Befragungen - ist mehr wirklich immer besser?
In den quantitativen Studierendenbefragungen an der UzK werden häufig einige Aufwände in Kauf genommen, um hohe Rücklaufquoten zu erreichen. Hier stellt sich die Frage, inwieweit diese Aufwände nutzbringend für die finalen Befragungsergebnisse sind. Anhand von exemplarischen Datensätzen aus der Studiengangs- und Modulbefragung wurde untersucht, inwieweit bereits kleinere Teilstichproben gereicht hätten, um die letztlich realisierten Befragungsergebnisse zu generieren.
Im Vortrag wurde gezeigt, dass bei Befragungen mit relativ hohem Rücklauf (N > 500) die letztlich realisierten Ergebnisse bereits mit deutlich kleineren Teilstichproben hätten erreicht werden können. Anders stellt sich dies bei Befragungen mit geringem Rücklauf (N < 500) dar. Im Plenum wurden daraufhin Erklärungsansätze sowie Implikationen für die Befragungspraxis in Fächern, Fakultäten und in der Zentrale diskutiert. Eine hohe Rücklaufquote scheint demnach auch weiterhin bei den meisten Befragungen an der UzK von hoher Relevanz zu sein.
Referent*innen: Dr. Markus Koppenborg und Sabine Sedlaczek
Lunch Lecture #2 am 16.04.2024
Qualität und Qualitätsmanagement: Systemtheoretische Perspektiven, Ambivalenzen und Herausforderungen
„Qualität“ kann heute wohl als ein etablierter Topos im Universitäts- und Hochschulbetrieb gelten und ihr „Management“ hat eine überaus eindrucksvolle Entwicklung hinter sich. Wir haben es also mit einer Erfolgsgeschichte zu tun. Die gängige Vorstellung von „Qualität“ und ihr „Management“, definiert durch die Erreichung von Zielen und Erfüllung von Erwartungen, wurde im Rahmen eines Impulsvortrages aus einer systemtheoretisch inspirierten Perspektive herausfordernd hinterfragt.
Die Überlegungen versuchten, einige implizite Annahmen des konventionellen Qualitätsmanagements, sowie die Rolle der*s Qualitätsmanager*in zu adressieren und den Diskurs ein wenig gegen den Strich zu bürsten.
Referent: Prof. Dr. Paul Reinbacher | www.paulreinbacher.at
Lunch Lecture #1 am 26.10.2023
Klartext reden! Warum Studierende an Befragungen teilnehmen: Aktuelle Forschungsergebnisse von Q³
Befragungsergebnisse bilden im QM-System Q³UzK eine wichtige Datengrundlage, die von verschiedenen Statusgruppen als Ausgangspunkt für Diskussionen und Entscheidungen verwendet werden. Unklar blieb bisher jedoch, aus welcher Motivation Studierende an den Befragungen teilnehmen und inwieweit unterschiedliche Motivationslagen mit dem Antwortverhalten im Fragebogen zusammenhängen.
Ausgehend von der Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Deci und Ryan (1985) wurde eine Skala erstellt, welche die Motivationslage bei Befragungen erfasst. Neben einem kurzen Verweis auf die psychometrischen Eigenschaften der Skala, zeigte der Vortrag auf, dass Studierende der Universität zu Köln an Befragungen insbesondere teilnehmen, um zur Weiterentwicklung ihres Studiengangs beizutragen (d.h. es liegt eine ausgeprägte identifizierte Motivationslage vor). Außerdem konnte gezeigt werden, wie verschiedene Motivationslagen mit dem Antwortverhalten im Fragebogen zusammenhängen (z. B. Sorgfalt in der Beantwortung). Die Ergebnisse ermöglichen eine evidenzbasierte Reflexion über die verschiedenen Beweggründe der Befragten und somit eine differenziertere Interpretation der Ergebnisse.
Referent: Dr. Markus Koppenborg