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EX-PROPROS

EX-PROPOS ist eine Lernmaschine zum Durcharbeiten von Texten.
Diese Maschine erzeugt kompakte Wissensstrukturen.
Sie arbeitet in sieben Schritten:
  1. Der Lerner identifiziert zusammenhängende Begriffe.
  2. Die Maschine fügt die Begriffe zu Molekülen zusammen.
  3. Der Lerner vernetzt die Moleküle zu Komplexen.
  4. Die Maschine testet den Lerner: Atom-Test, Molekül-Test, Komplex-Test.
  5. Die Maschine fertigt für jeden Komplex eine Karte an.
  6. Der Lerner assoziiert mit jeder Karte ein Alltagsobjekt.
  7. Die Maschine führt den Kartenkiller-Test durch.

In der Fachsprache werden die molekülartigen Begriffsgebilde Propositionen genannt. Mithilfe der Maschine extrahiert der Lerner also optimale Propositionen.

EX-PROPOS

Zusätzlich entstehen die propositionalen Netze und die Assoziationen mit den vertrauten Objekten. Dadurch sind die kompakten Netzstrukturen gezielt abrufbar.

Zur Auffrischung kann der Lerner ein Kartenspiel ausdrucken. Die Vorderseiten der Karten zeigen die Molekül-Komplexe, die Rückseite das assoziierte Objekt. Verschiedene Spielmöglichkeiten bieten sich an.

Zur gezielten Vorbereitung auf die Prüfung sollte der Lerner die Molekül- und Komplex-Tests wiederholt durchführen und direkt anschließend das Lehrbuch nochmals überfliegen. Dadurch werden die wichtigen Elaborationen provoziert, die die Wissensstruktur weiter differenzieren und zusätzliche Abrufpfade schaffen.

Kurz: EX-PROPOS

Apropos Nürnberger Trichter:
EX-PROPOS ist kein Trichter. Es ist das genaue Gegenteil. Es ist aktive und intensive Verarbeitung von Informationen.

 

Die Strategie

Angenommen ein Buch von 320 Seiten hat vier Kapitel und jedes Kapitel nochmals vier Unterkapitel, so dass sich insgesamt 16 Unterkapitel mit durchschnittlich 20 Seiten ergeben. Dann sollte der Lerner aus jedem Unterkapitel typischerweise 4 -5 Textabschnitte von je 1-2 Seiten auswählen und aus jedem Textabschnitt einen Molekülkomplex extrahieren. Aus zwei Kapiteln würden sich also im Durchschnitt 9 Molekülkomplexe, also 1 Teilstruktur ergeben.
Die Molekülkomplexe sind die Kristallisationskerne für die Entstehung größerer semantischer Netzwerke. Die semantischen Netzwerke sind die Gedächtnisstrukturen, die flüssige Vorträge usw. ermöglichen.
Insgesamt würden aus dem Lehrbuch also 8 x 9 = 72 Molekülkomplexe extrahiert werden, die dann als Fixpunkte zur Verfügung stehen.

Die konkrete Durchführung der Strategie besteht aus vier Schritten:

  1. Arest: Auswahl relevanter Stellen: Arest führt zu dem Verzeichnis der zu bearbeitenden Textausschnitte. Ein Textausschnitt hat typischerweise eine Länge von 2-3 Seiten.
  2. Erstellung der Molekülkomplexe
    • gegliedert in die Extraktion von Molekülen, maximal 7.
    • Die Vernetzung zu den Molekülkomplexen
    • Die Überprüfung der Stabilität der Molekülkomplexe durch den Atom- und den Molekültest.
  3. Übungen mit den Molekülkomplexen. Die Übungen mit den Molekülkomplexen gliedern sich in die Erstellung von Kartenfeldern, die assoziativ Verbindung der karten mit Spielkarten oder anderen vertrauten Objekten und den Kartenkiller-Test. Zur Erstellung der Kartenfelder kann der Lerner jeweils 9 Karten in einer 3x3 Matrix anordnen und im Falle der Spielkarten als Assoziationsbasis jede Karte einer Kartenfarbe zuordnen. Der abschließende Kartenkiller-Test ermöglicht dem Lerner zunächst eine Auffrischung durch die oben genannte Antizipations-Technik (Rundlauf) und das anschließende Eingeben von Begriffen. Wenn ein bestimmter Prozentsatz der auf einer Karte befindlichen Begriffe eingegeben ist, verschwindet die Karte.
  4. Mit den Teilstrukturen im Hinterkopf sollte abschließend das Buch nochmals durchgelesen werden. Dieses provoziert die wichtigen Elaborationen, die die Wissensstruktur weiter differenzieren und zusätzliche Abrufpfade schaffen

Nähere Informationen bei:
Prof. Dr. Hermann Rüppell, hermann.rueppell@uni-koeln.de