Wie vielerorts heute nicht „ich“ sondern „isch“ gesagt wird, ist nur eine von vielen Fragen, denen Soziolinguist/innen nachgehen. Dazu holen sie künftig auch den sprachlichen Alltag von der Straße ins Labor. Die Universität zu Köln eröffnet am 1. Juni das erste soziolinguistische Forschungslabor Deutschlands. Neben Sprachwandel und Sprachkontakt beschäftigen sich Forscher/innen hier auch mit Themen wie Lebensstil oder Kulturvergleich. Statt steriler Einrichtung bietet das Labor Wohnzimmeratmosphäre. Die Umgebung trägt dazu bei, dass die Leute so natürlich wie möglich sprechen.
„Universitäten in Nordamerika und Großbritannien haben hervorragende Erfahrungen mit soziolinguistischen Laboren gemacht. Eine solche Struktur hat der deutschen Forschungslandschaft bislang noch gefehlt. Endlich können wir auch hierzulande wichtige Grundlagenforschung in einem wachsenden Feld der Linguistik betreiben“, sagt der Leiter des Labors, Professor Aria Adli.
Mit der Berufung Adlis an das Romanische Seminar im letzten Jahr begann auch die Planung für das Labor. Nach Monaten des Umbaus und der technischen Ausstattung werden die fertigen Laborräume nun eingeweiht. Neben Rektor Professor Axel Freimuth und dem Dekan der Philosophischen Fakultät, Professor Stefan Grohé, werden auch international renommierte Soziolinguist/innen aus Europa und Nordamerika wie Gregory Guy, Peter Trudgill und Naomi Nagy zu Gast sein.
„Gerade in Köln ist dieses Labor gut aufgehoben. Die schon bestehenden Forschungslabore in den Bereichen Neurolinguistik und Phonetik sind sehr erfolgreich. Durch das Sociolinguistic Lab wird das Profil der Kölner Linguistik ergänzt und vervollständigt“, erläutert Adli.
Die Universität zu Köln gewinnt durch diese Laborvielfalt in der Sprachforschung deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal. Eines der Projekte von Professor Adli und seinem multilingualen Team ist die kulturvergleichende Sprachforschung. Hier untersuchen sie derzeit unter anderem in westlichen und nichtwestlichen Gesellschaften, wie Lebensstil und Sprachstil zusammenhängen. Demnächst erforschen sie außerdem, wie Migrant/innen ihr sprachliches Verhalten im Kontakt mit der neuen Landessprache verändern.
Wann:
1. Juni 2015
18:00 Uhr
18:00 Uhr
Wo:
Universität zu Köln
Aula 2 im Hauptgebäude
Albertus-Magnus-Platz 50923 Köln
Aula 2 im Hauptgebäude
Albertus-Magnus-Platz 50923 Köln
Bei Rückfragen:
Josina Gausepohl
Universität zu Köln
Romanisches Seminar
Tel: 0221/470-7285
E-Mail: <link>josina.gausepohl@uni-koeln.de
Universität zu Köln
Romanisches Seminar
Tel: 0221/470-7285
E-Mail: <link>josina.gausepohl@uni-koeln.de