Dr. Daniel Wehner, bisher Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen, wurde zum W2-Professor für Regenerationsbiologie am Institut für Zoologie ernannt.
Er erforscht die Fähigkeit des Zebrabärblings (auch Zebrafisch genannt), nach Rückenmarksverletzungen Nervenbahnen zu regenerieren und die Bewegungsfunktion wiederherzustellen. Beim Menschen führen Rückenmarksverletzungen hingegen zu dauerhaften sensomotorischen und autonomen Dysfunktionen wie Lähmungen, da durchtrennte Nervenfasern (Axone) nicht nachwachsen. Trotz jahrzehntelanger Forschung existiert keine wirksame Therapie, die die Regeneration von Axonen im zentralen Nervensystem ausreichend fördern kann.
Das Ziel von Wehners Forschung ist es deshalb, die Mechanismen der natürlichen Rückenmarksregeneration bei Zebrabärblingen zu entschlüsseln und dieses Wissen für die Entwicklung therapeutischer Ansätze zur Förderung der Regeneration beim Menschen zu nutzen. Hauptaugenmerk legt Wehner auf die Identifizierung von Unterschieden des sich nach Verletzung bildendenden Wundgewebes zwischen Zebrabärbling und Säugetier. Zu diesem Zweck entwickelt er beispielsweise innovative humanisierte Fischmodelle, mit deren Hilfe im Hochdurchsatzverfahren neue Wirkstoffe zur Reparatur des Rückenmarks identifiziert werden sollen.
Wehner studierte Bio- und Nanotechnologien an der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn sowie Medical Biotechnology an der Abertay University in Dundee (Vereinigtes Königreich). Er promovierte an der Technischen Universität Dresden und der Universität Ulm zum Thema Gliedmaßen-Regeneration im Zebrabärbling. Nach Forschungsaufenthalten an der University of Edinburgh (Vereinigtes Königreich) und der Technischen Universität Dresden zum Thema der Regeneration des zentralen Nervensystems gründete er seine eigene Forschungsgruppe »Neuroregeneration« am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und am Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen. Für seine wissenschaftlichen Beiträge zum Thema der Regenerationsbiologie erhielt er 2024 den Hilde-Mangold-Wissenschaftspreis der Gesellschaft für Entwicklungsbiologie und den Rising Star Award der International Society for Regenerative Biology.